Ramadan
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Der Ramadan ist ein sehr gutes Vorzeichen für die Muslime der ganzen Welt. Er wird am folgenden Tag des zunehmenden Mondes des 10. Mondmonates des islamischen Kalenders gefeiert und geht bei der Erscheinung des Neumondes des folgenden Monates zu Ende. Die Muslime sollen waehrend 30 Tagen (dem steigenden Mond entsprechend manchmal 29 Tagen) von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang fasten (oruç). Der Ramadan wird am 20. Juli 2012 beginnen.
Dem Glauben nach wurde das heilige Buch der Muslime, der Koran im Ramadan herabgesandt. Der Prophet Mohamed konnte nicht lesen und schreiben, wurde aber trotz dieser Tatsache von Gott als sein Bote ausgewaehlt. Bei jeder Frage, die zu beantworten war, bekam er die erforderliche Eingebung vom Gott. Im Trance-Zustand begann er sich spontan auszudrücken. Alles was er aussprach wurde von seinen Anhaengern aufgeschrieben. Auf diese Weise wurde die Gottesbotschaft zur Menschheit entsandt.
Den Anfang und das Ende der Periode des Fastens bestimmt die Beobachtung des Mondes. Die Mondsichel kann nach dem Sonnenuntergang beobachtet werden, wenn der Himmel dunkel genug ist. Die Betrachtungsweise haengt von mehreren Faktoren, einschliesslich der Wetterbedingungen, der visuellen Schaerfe des Beobachters, eines klaren Horizonts, der Stadtlichter usw ab. Falsche Beobachtungen kommen oft vor, weil andere Erscheinungen im Himmel für die Mondsichel gehalten werden können, besonders wenn diese erwartet wird.
Fasten ist eine religiöse Pflicht für alle erwachsenen Muslime. Ausgenommen sind geistig und körperlich Behinderte, Kranke, Reisende sowie schwangere oder stillende Frauen. Es ist möglich, die Tage, an den nicht gefastet wurde, nachtraeglich zu vervollstaendigen. Diejenigen, die nicht fasten können, können statt dessen eine bedürftige Person ernaehren. Fasten wird als eine harte seelische und körperliche Übung angesehen, die zur Reife des Menschen dient, indem die Willenskraft, das Durchhaltevermögen und das Mitgefühl verstaerkt werden.
Das Abendessen, das man im Ramadan nach dem Sonnenuntergang zum Fastenende isst, heisst iftar. Traditionell wird der Zeitpunkt des Iftar, des Fastenbrechens am Abend, durch einen Kanonenschuss bekannt gegeben. Zum Iftar werden die "Kandil" eingeschaltet, die festliche Beleuchtung, die an den Moscheen zum Ramadan angebracht wird.
Spezielle Zubereitungen und Getraenke, die es nur diesen Monat gibt, haeufen sich auf den Tischen und die Familienangehörigen, Freunde, Bekannte, Nachbarn kommen beim geselligen iftar zusammen.
Vor der Morgendaemmerung wird sahur (ein Morgenmahl) gegessen. Im Ramadan weckt "Davulcu" - Trommler die Einwohner zum sahur. Dabei geht es um eine sehr alte Tradition, die heute noch beibehalten ist. Die davul genannte Trommel erfülte zu einer Zeit, wo es keinen Wecker gab, diese Funktion. Davulcu, derjenige, der die Pauke schlaegt, benachrichtigt diejenigen, die waehrend des Ramadan fasten, dass es die letzte Stunde vor dem Sonnenaufgang sei, wo man noch essen darf.
Dieses Gesundheitsritual ist etwas Gutes. Dadurch kann jeder seine Willenskraft und seine Ausdauer weiterentwickeln, um Schwierigkeiten des Lebens überwinden zu lernen. Waehrend dieser Periode fühlt sich ein Rechtglaeubiger verpflichtet, die Naechstenliebe mehr zu achten und Zakat (Fitre-Zekat) den Armen zu geben, bevor die spezifischen Gebete im Ramadan vorgenommen werden.
Die letzten 10 Tage sind die wichtigsten des Fastenmonats Ramadan. Der Monat endet mit der Kadir gecesi, Kadir-Nacht (die Nacht, in der der Koran herabgesandt wurde). Dem Volksglauben nach gehen Wünsche und Gebete in jener Nacht in Erfülung, Sünden werden vergeben. Diese Nacht verbringen die Muslime mit Beten und Koran Zitieren.
Der Ramadan ist ein Monat der Besinnung und Reinigung der Gesellschaft, Brüderlichkeit, Zeit zur Auffrischung der Beziehungen. Im Anschluss an den Fastenmonat Ramadan wird das Ramadanfest (Ramazan Bayrami) gefeiert, im Volksmund haeufig Zuckerfest (Şeker Bayrami) genannt.
Seien Sie nicht überrascht, wenn Ihr Lieblingsrestaurant waehrend des Ramadan geschlossen ist oder kein Alkohol serviert wird.


