Mimar Sinan
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Selimiye Moschee, Edirne
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Architektur hat einen besonderen Platz in der Kultur der Osmanen und Türken. Nachdem im Islam die Bildhauerei verboten wurde, war Architektur der einzige Weg für alle Künstler, um ihre künstlerischen Schöpfungen zu zeigen. Daher gewann Architektur immer mehr an Bedeutung.
Mimar Sinan (1490-1588) ist ein türkischer Architekt und einer der grössten Baukünstler der Welt.
Er wurde im Dorf Ağarnos in Kayseri geboren. Sein genaues Geburtsdatum ist nicht bekannt. Laut den Quellen wurde er, gemaess der neuen Regelung, Knabenaushebung im Jahre 1512, nach Istanbul gebracht. Damals wurden die Söhne der christlichen Familien gesammelt und in Janitscharen-Schulen als Soldaten für die Sultansarmee ausgebildet. Er wurde der Ausbildungsstaette für Janitscharenzöglinge übergeben und nach seiner Ausbildung nahm er an verschiedenen Feldzügen teil. Erfolgreiche Konstruktionen von drei Schiffen brachten ihm waehrend dieser Feldzüge den Titel als Mitglied im persönlichen Dienst des Sultans ein. Waehrend dieser Feldzüge hatte der junge Architekt die Gelegenheit alte Bauwerke auf der ganzen Welt zu besichtigen. Aus diesen gewonnenen Erfahrungen verwirklichte er spaeter seine Projekte. Fast nach einem Jahr wurde ihm die Stelle als Generalbaumeister des Palastes gegeben. Er führte diesen Posten bis zum Ende seines Lebens.
Sinan realisierte die Bau von 84 Moscheen, 51 Mescit (kleinere Moscheen), 3 Krankenhaeusern, 57 medrese (Theologenschulen), 7 Koranschulen und Lese-Saelen, 22 türbe (Grabmaeler), 17 imaret (Armenküchen), 7 Aquaedukten, 48 Karawansereien, 35 Villen und Palaesten, 46 Baedern, die schwerpunktmaessig in Istanbul , aber auch in anderen Gegenden des osmanischen Reiches verteilt sind.
Seine eigentliche Bedeutung liegt vielmehr in den Experimenten und Neuentdeckungen, die der klassischen osmanisch-türkischen Architektur zu ihrem Höhepunkt verhalfen.
Sein erstes Bauwerk ist die Şehzade Moschee in Istanbul. Die Süeymaniye Moschee und der Gesamtkomplex ist das schönste und bedeutendste Bauwerke der osmanisch-türkischen Architektur. Mit der Selimiye Moschee in Edirne erreichte der Architekt seinen Höchstpunkt.
Süeyman der Praechtige, der an der Macht war, hatte Sinan beauftragt, ihm eine Sultansmoschee zu bauen. Die Süeymaniye Moschee wurde auf einen Hügel mit Ausblick auf das Goldenen Horn gebaut. Mit dem Bau der Moschee wurde 1550 begonnen und die Moschee war im Jahre 1557 vollendet. Wer die Moschee betritt, merkt auf den ersten Blick, dass in der Moschee alle Elemente, wie Waende, Pfeiler, Bögen, Teppiche, Fenster und Kalligraphie in einer einheitlichen Harmonie stehen. Diese Übereinstimmung hebt Sinans Werke von ihresgleichen deutlich ab. Auf der Strasse links der Moschee befinden sich die Grundschule und medrese, die jetzt Süeymaniye Kütüphanesi (Süeymaniye Bibliothek) sind.
Selimiye Moschee und der Komplex, Sinans Meisterwerk, sind gewaltig und prachtvoll. Es ist eine bautechnische Neuheit, dass Sinan beim Bau der Moschee die ganze Flaeche mit einer einzigen Kuppel überdacht hat. Die Kuppel ruht auf einer achteckigen Basis, die aus dicken Saeulen, die mit Bögen miteinander verbunden sind, besteht. Die Minarette der Moschee sind die Höchsten in osmanischer Zeit gebauten Minarette. (70.89 m)
Bei seinen Werken, auch bei Brücken und Grabmaelern, sind typische Merkmale zu sehen. Ausser seinen Faehigkeiten als Architekt war Sinan auch ein begnadeter Bauingenieur. Bei dem Şehzade Mehmet Grabmal verwendete er scheibenförmige Kuppeln und waehlte eine auffaellig verzierte Aussenfassade. Bei dem Sultan Süeyman Grabmal versuchte er, den Ausgleich zwischen dem Innenraum und der Aussenfassade durch die Verwendung der Doppelkuppel, die in osmanisch-türkischer Architektur nur selten aufzufinden ist, zu realisieren.
Sinans ingenieurswissenschaftliche Seite macht sich auch beim Brückenbau bemerkbar. Er zeigt gegenüber den Brücken dieselbe Sorgfalt wie gegenüber seinen anderen Bauten. Die 635 m. lange "Büyükçekmece Brücke" ist mit ihrer Stabilitaet und Schönheit ein gutes Beispiel seines Perfektionismus. Die Silivri Brücke (Istanbul), die Sokullu Mehmet Paşa Brücke (über den Lüeburgaz Fluss), die Sinanli Brücke (über den Ergene Fluss) und die Drina Brücke, die durch den Roman des jugoslawischen Autors Ivo Andriç berühmt wurde, sind die wichtigsten Werke des Meisters.


