Meke - See
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Foto: Salih Güler
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Wenn Sie Ihren Beruf gerne ausüben, erleben Sie in Ankara nie das "Montagssyndrom".
Das Unbehagen ist nur an den Wochenenden da, was können Sie hier unternehmen?
In dieser Steppe, wo es kein Grün und Blau gibt, und das vorhandene so ungepflegt
ist, dass man denkt, es waere viel besser, wenn es nicht vorhanden waere...
An den Wochenenden gehen die Menschen in die Einkaufszentren, da Sie keine
Plaetze für einen Spaziergang in der Natur finden können. Alle Einkaufszentren
sind überdeckt, auch die Parkplaetze. Es ist angenehm im Winter, aber denken
Sie mal an die schönen Sommertage!!
Sie draengen sich bei wunderschönem Wetter, um die Treppen vor den anderen zu
betreten und vor den Fast-Food Staenden, wo dauernd üble Gerüche den Menschen
ins Gesicht stossen, um das in drei Minuten zubereitete Fast-Food zu essen.
Trotzdem, auch wenn nur in geringer Anzahl, es gibt in der Umgebung von Ankara einige Plaetze, wo man an den Wocheenden hingehen kann.
Dieses Wochenende machten wir uns auf den Weg nach Konya. Wir sind vom AFSAD Büro (Ankara Fotografenverein) abgefahren, um den Meke See und Taşkale, worüber wir viel gehört hatten, zu besuchen.
Im Auto waren wir vier Personen: Nalan, Melis, Hakan und ich. Unser Fahrer Hakan versucht seine dunkle Hautfarbe mit einem weissen T-Shirt und einem Anhaenger mit seinen Initialen darauf zu unterstreichen.
Nalan ist eine Amateurfotografin, die mit uns eine praktische Lehre macht, Melis ist ein Mitglied von AFSAD.
Der Verkehr war bis zur Ausfahrt Makas sehr dicht. Deswegen haben wir unsere Freunde, die vor uns fuhren, verloren. Der Weg war voll mit LKWs, Bussen und Almanci-Autos (Türkische Bürger, die in Deutschland leben). Manche tragen Passagiere, manche transportieren Waren. Die Transportgüter werden erst in Ankara entladen, dann werden die LKWs weiterfahren und die Waren in anderen Staedten verteilen. Dieses Chaos im Verkehr gibt eine gute Übersicht über die Strassen der ganzen Türkei, sehr voll und gefaehrlich.... Die Autos, die andere ohne Rücksicht zu überholen versuchen und die Verkehrspolizisten, die für Verkehrsstrafen auf der Lauer liegen.
Sobald wir uns von Ankara entfernen, werden alle FM-Radioempfaenge verzerrt. Es ist sehr langweilig andere Sender zu suchen, die lokalen Sender machen fast nur Reklame. Unsere einzige Chance war Kassetten zu hören, natürlich nur die Favoriten unseres Fahrers Hakan.
Die Anderen warteten nicht auf uns und fuhren weiter, sie dachten wir treffen
uns sowieso in Konya. Unser Meister Isa fuhr als erster und wir, seine Schüer,
folgten ihm. Auf den beiden Seiten des Weges sah man nur Getreidefelder, also
es war kein Zeichen von Grün... Nach einigen Kilometern nach Gölbaşi hielten
wir neben dem ersten Baum, den wir sahen, an.
Wir sollten diese Augenblicke nicht verpassen und machten sofort einige Aufnahmen.
Der Baum, dessen Familie ich überhaupt nicht erkennen konnte, begrüsste uns
mit Stolz und Arroganz. Was wir eigentlich wollten ist, dass die andere Gruppe
unsere Baumfotos beneiden sollte.
Nach einer halbstündigen Fahrt kamen wir in der Daemmerung in Konya an.
Es war geplant am naechsten Morgen sehr früh abzufahren, aber da einige verschlafen
hatten, haben wir uns verspaetet.
Wir fuhren unter der glühenden Sonne weiter. Als wir Karapinar erreichten,
haben wir unseren Reiseführer mitgenommen und nach 8 km waren wir in Meke. Ich
war enttaeuscht und dachte, ist das der Ort, von dem alle so begeistert sind??
Wir haben uns umsonst bemüht, wir könnten doch noch interessantere Orte besuchen!!!
Nach dem Parken fangen wir an, auf dem vulkanischen Gelaende zu laufen. Überall war Aschenboden, umrahmt von schwarzen Felsen und hartem Gestein. Die Stimme des Meister Isas half, uns von unserer monotonen Laune zu befreien: "Also los Freunde!"
Dann hörten wir unserem Führer zu. Er erzaehlte uns, dass dieser See das Nazar Boncuğu (Blaues Auge gegen den bösen Blick) der Welt ist und wie er vor 4 Millionen Jahren entstand. Es war zu warm, ich konnte mich nicht konzentrieren und dachte, es waere gut, wenn wir nach einigen Aufnahmen sofort zurückkehren könnten.
Wir gingen um den See herum und suchten etwas schönes und interessantes zum Fotografieren.
Beim Weitergehen merkte ich, dass ich langsam anfing diesen Ort mit anderen Augen zu beobachten. Vielleicht waren meine Erwartungen am Anfang anders. In der Umgebung gab es einfach nichts, keine Anlagen, keine Touristen... Es war überraschend, an einem solchen Ort keine "Cola" Reklameschilder, Plastiktische und Stühle, Cafés oder Restaurants zu finden. Ich würde gerne eine kalte Cola trinken und dann ohne zu schwitzen, fotografieren. Leider gab es nichts!!! Aber so ist es vielleicht viel besser!! Wenn es hier solche touristischen Anlagen gaebe, würde die Kanalisation in den See fliessen, der Mül würde überall zerstreut, Nylontüten und Flaschen aus Plastik würden umherfliegen.
Was soll's!! Die Besucher, die hierher kommen, müssen eben versorgen... Dieser Ort darf nicht wie Kappadokien, Antalya oder andere Orte ruiniert werden. Lassen wir die Aschen liegen und die Vögel frei fliegen. Zerstören wir nicht das was seit 4 Millionen Jahren erhalten geblieben ist. Diese Gegend darf nicht wie der Tuz-See aussehen, der mit den Überbleibseln von den Staedten Konya und Aksaray vernichtet wurde.
Ich war nicht mehr die gleiche Person wie am Anfang. Es war schwer wegen der Hitze zu atmen, aber ich fing an, langsam diese Natur zu lieben. Mit der Zeit sah ich die schöne Farbe des Sees und die fliegenden Vögel mit anderen Augen. Die Schatten der Wolken spiegelten sich auf dem See. Bei jedem Tritt war ich von dem Aschenboden begeistert.
Ich fragte mich, wann dieser Ort eigentlich wahrgenommen wurde?? Wem gab er Begeisterung, wer schaute so verzaubert wie ich?? Oder wer fühlte sich hier traurig? Als ich weiterging wurde meine Überraschung grösser. Es ist hier eine andere Welt. Das Loch auf der Meke sah wie ein Filzhut aus. Ich erinnerte mich an den Dokumentarfilm Baraka von Ron Fricke, dessen Musik von Michael Stearns komponiert wurde. Diese Gegend sollte am Anfang des Filmes, der in 7 Jahren gedreht werden konnte, als erste Szene erscheinen.
Trotz dem Sonnenschein hatten wir viele Fotos gemacht. Ein Militaerwagen fuhr staubend an uns vorbei. Natürlich fahren sie vorbei, hier ist ein SİT - Gelaende ersten Grades, also es steht unter Schutz.
Jeder wollte Melis als Modell fotografieren. Ihr rotes Kleid passte genau zu diesem Ort. Melis vorne, der See hinter ihr, sie fühlte sich auch wie ein Modell für kurze Zeit.
Uns packte die Neugier, ob alle unsere Aufnahmen in Ordnung sind. Niemand beschwerte sich. Wir waren alle nur traurig, dass unsere Zeitplanung nicht richtig war. Wir hatten wenig Zeit, um alles zu fühlen und zu geniessen. Ich hoffe, dass die Vögel diesen Ort nie verlassen. Das ist wirklich mein einziger Wunsch. Keiner sollte hierher kommen, sonst wird hier alles zerstört!
Naechstes Mal werde ich zu dir frühzeitig kommen. Ich möchte den Sonnenaufgang
sehen und deine Wandervögel laenger besichtigen. Ich werde bis zum Spaetabend
hier warten. Erst nach dem Sonnenuntergang werde ich mich von dir verabschieden.
Jetzt verabschiede ich mich nicht, denn ich werde noch einmal kommen,
Bleib hier,
MEKE, warte auf mich mit deiner Schönheit und deinem natürlichen Zustand.....
Salih Güer, Fotograf
Salih Güer ist 1959 geboren. Seine Karriere vor 3 Jahren mit den Katzenfotos. Er fotografierte am meisten Bühnenfotos und wurde in dem Fotowettbewerb “Familien der Türkei” von Koç Allianz mit einem Preis ausgezeichnet. Er ist Mitglied von AFSAD und GESAM.


