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Religiöse Feiertage

Ob man Muslim, Christ oder Jude ist, auf das Fasten und die Fastenzeiten folgt immer einen Fest. Nach dem christlichen Glauben ist Christus am Freitag gekreuzigt worden und drei Tage danach auferstanden. Das ist der Grund dafür, dass Ostern an einem Sonntag gefeiert wird. Die Katholiken, Orthodoxen und Gregorianer haben ihre religiösen Feiertage zu unterschiedlichen Zeiten, da sie verschiedene Berechnungen haben.

Die Einheimischen achten in ihrem Alltag immer auch andere religiöse Glauben. Jeder nimmt gerne an den Feiertagen der anderen teil, wie z.B. am Fasten, kandil, christlichen Festen, Beschneidung, Neujahr, Weinachten, Pesah u.a. Besonders waehrend Bayram und bei einem Todesfall besuchen sich die Nachbarn, um sowohl Freude wie auch Trauer zu teilen. Die bayrams sind ebenso Zeiten der Versöhnung. Apokriya ist der von den byzantinischen Griechen gegebene Name eines Maskenballs, der es allen ermöglicht, Beschwerden zu vergessen und sich zu versöhnen.

Wichtige armenische Feste

Gağant (Neujahrstag): Bedeutet reiche Mahlzeit. Zum Neujahrsfest, am 31. Dezember, wird Yılbaşı   Çöreği (grosses, rundes Brot mit Honig) gebacken und Aşure vorbereitet (eine Art Früchtepudding). Die ganze Familie versammelt sich um den Tisch. Am Morgen des Neujahrstages gehen die Herrschaften ziemlich ermüdet für eine Stunde oder zwei zur Arbeit und verteilen die Samen eines Granatapfels.

Dzununt (Weihnachten): Die gregorianischen Armenier feiern die Geburt Christi nicht wie die Katholischen am 24. Dezember, sondern am 6. Januar. Nach dem Gottesdienst wird ein traditionelles Festessen serviert (gefülte Paprika, Topik und mit Reis gefülte Muscheln sind dabei die Hauptgerichte) und Geschenke werden ausgetauscht.

Surp Zadik (Ostern): Die grosse Fastenzeit beginnt 7 Wochen vor Ostern. Waehrend dieser Zeit isst man keine tierische Nahrung (Milch, Kaese, Eier, Butter und Fleisch). Alles wird entweder gekocht oder mit pflanzlichen Speiseölen gebraten. Jeden Tag geht man in die Kirche. In der Osterwoche wird am Donnerstag eine Spezialitaet armenischer Küche gegessen, die aus mit Essig begossenen gekochten Linsen besteht. An jenem Tag bemalt man gekochte Eier. Am darauffolgenden Freitag wird das traditionelle Paskalya Çöreği (grosses Brot mit Honig) gebacken. Am Sonntag geht die ganze Familie in die Kirche, anschliessend werden die Aelteren besucht. Die Leute bieten einander Paskalya Çöreği an, die Eierschalen werden gebrochen, indem man sie aneinander schlaegt.

Surp Asdvadzadzin: Es ist der Segen der Trauben, den man im August, an dem dem 15. naechststehendsten Sonntag feiert. Die ersten Weintrauben werden nie ohne dieses Gebet gegessen. Nach der Tradition werden sie vorher nie reif. Seit Noah sehen die Armenier diese Frucht als heilig an. Denn der Sage nach war es das Erste, was Noah nach der Sintflut anbaute. Demnach essen wir weiterhin die Früchte, die von ihm angebaut wurden.

Wichtige jüdische Feste

Roşaşana: Neujahrstag, der zwei Tage dauert. Es wird Frühgemüse, Kohlsalat und pochierte Quitte gegessen. Der Sinn dessen ist neue Produkte zur Zeit des Neujahrs zu sich zu nehmen.

Yom Kipur: Tag der Verzeihung. 10. Tag des neuen Jahres, Tag des Fastens und Bussens, der ungefaehr 24 Stunden dauert. Wenn der erste Stern am Himmel erscheint, beendet man ihn mit einem Stück in Olivenöl gewaelztes Brot und einer Suppe.

Sukot: Tabernakel- oder Hüttenfest. Nach dem Verlassen von Aegypten lebten die Juden in der Wüste 40 Jahre in Hütten. Dieses Fest gedenkt dessen und dauert 8 Tage.

Hanuka: Das ist das Fest der Enthülung und dauert 8 Tage in Erinnerung an die Restauration der monotheistischen Verehrung im Tempel von Jerusalem im Jahre 165 v.Chr. und an das Wunder des Lampenöls, das eine Woche lang, anstatt einen Tag leuchtete. Man zündet acht Tage lang eine Kerze an am Spaetnachmittag und dabei betet. Hanuka ist der Name für Leuchter.

Purim: Feiertag zum Gedenken an die Befreiung des jüdischen Volkes von dem persischen Reich im 6. Jhd.v.Chr. An diesem Tag werden Karnevale, Maskenbaelle veranstaltet. Die Erwachsenen geben den Kindern Geschenke. Für diesen Tag hat man ein besonderes Dessert, das Aman'ın kulakları (Amans Ohren) heisst und in vielen Konditoreien zu finden ist.

Pesah: Pesah oder Ostern gedenkt der Befreiung des jüdischen Volkes von Aegypten. Acht Tage lang darf ausser Matze (Brot ohne Vorteig) keine Nahrung mit Mehl verbraucht werden. Man trinkt Wein und zwei Abende hintereinander betet man vor der Mahlzeit.

Şavuot: Fest zur Erinnerung an die Thora und an die Zehn Gebote. An diesem Tag werden die Synagogen reichlich mit Blumen geschmückt und man isst Milchspeisen.

Wichtige islamische Feste

Şeker Bayramı: (Zuckerfest) Muslime fasten im Fastenmonat ramadan 30 Tage lang, waehrend deren man von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nichts zu sich nehmen darf. Das Ende dieser Periode feiert man mit dem sogenannten Zuckerfest, das relativ spaet eingeführt worden ist und drei Tage dauert.

Obwohl es sich dabei um eine Fastenzeit handelt, nehmen die meisten Fastenden durch das ungewoehnlich reichliche iftar Essen, das der Fastenzeit folgt, betraechtlich zu. Beim Zuckerfest haben die Kinder (wie auch manche Erwachsene!) Recht auf Verdauungsstörungen, durch den übermaessigen Konsum der Süssigkeiten, die ihnen überall und zu jedem Besuch angeboten werden.

Kurban Bayramı (Opferfest), wird zwei Monate und zehn Tage nach dem Zuckerfest gefeiert, dauert vier Tage und ist meistens ein schockierendes Erlebnis für die Neuankommenden. Der islamische Glaube erfordert, dass Schafböcke und Kaelber geschlachtet werden und ausbluten. Heutzutage jedoch bevorzugen viele Muslime, stattdessen Geld den Hilfeorganisationen zu schenken. Im übrigen ist die blutige Vorstellung der geschlachteten Tiere nach wie vor überall zu sehen. Die Tiere werden von den Metzgern frühmorgens nach islamischen Vorschriften geschlachtet. Ein Drittel des Fleischs soll sofort im Haus des Eigentümers des Tieres gekocht werden, ein Drittel soll unter den Armen verteilt werden und der Rest ist den Nachbarn und Verwandten zu schenken.

Heutzutage werden die Bayrams als Ferien-Gelegenheit angesehen. Sollten Sie diese Gelegenheit nicht nützen und in der Stadt bleiben, dann merken Sie, dass die jüngsten die aeltesten der Familie besuchen. Eine Tradition, die mit den Bayrams in engem Zusammenhang steht, ist als ein Respektzeichen den Handrücken der aelteren Personen, die man besucht, zu küssen. Früher gaben daraufhin die aelteren den sie besuchenden jungen Leute ein Goldstück oder einen Geldschein in einem Taschentuch, was mit der Zeit stark veraendert wurde. Papiertücher haben die aus Stoff ersetzt und statt Goldstücken werden nur noch Süssigkeiten geschenkt. Das Festessen wird meistens bei den Famielenaeltesten eingenommen. Den Besuchern schenkt man lokum (loukoum), Schokolade und bietet in winzigen Glaesern servierte Liköre an. Sollten Sie bei einer muslimischen Familie zu Besuch sein, empfehlen wir Ihnen, diese nicht abzulehnen, da dies als Beleidigung angesehen werden kann.


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